Schorch machet den jut

Gundernhausen im März2012

 

 

3.7 1934 - 3.1 2012

 

In früheren Zeiten begegnete er mir öfters auf dem Weg in seine Wahlheimat der GSV Gaststätte.

Über Jahrzehnte war er für diesen Verein der Rechner und er tat dies gerne. Er fühlte sich sehr verbunden mit diesem Verein. Aber er erzählte mir auch mal, was man alles so im Leben macht!

 

Er war Mitbegründer der Sparte Gesang und er war einer der selten in den Probestunden fehlte.

Die Musik lag ihm im Blut und das war das über das er sich ausleben und ausdrücken konnte.

Georg ist dein Name,aber Freunde nannten Dich liebevoll der Schorch aus dem Viehweg!

Immer mal wieder querten sich unsere Wege in unserem Erleben, so wie das bei Seelenfreunden so üblich scheint.

Ich erinnere mich gerne an Dich und auch an deinen herrlichen trockenen Humor.

Sein Lebenszenit neigte sich seinem Höhepunkt zu, wir sahen uns nun fast wöchentlich einmal in der Eckkneipe. Bei einer unserer ersten Treffen, öffnest du deine Geldbörse und zeigst mir wortlos ein Bild deiner hübschen Frau, die dich schon so früh und aus für dich nicht verständlichen Gründen verlassen musste.

Du erzählst mir das das nun fast 7 Jahre her ist und es dir vorkommt als sei es erst gestern gewesen.

Deine drei Buben würden dich ja öfters besuchen sagtest Du mir. Einen von deinen Buben kenne ich ja, er singt in einem Chor, wie du es zu deinen Lebzeiten auch gerne tatest.

 

Musik wolltest du studieren, der so frühe Tod deines Vaters machten deine Pläne zu nicht und du musstest die Schule verlassen um dein Geld in einer Chemiefabrik in Darmstadt verdienen, genauso wie das dein Vater auch schon vor dir schon tat.

Wenn ich mich recht erinnere war dein Vater auch schon ein begnadeter Musiker, der leider sehr früh verstarb und deine Lebensplanung wurde dadurch kräftig durcheinander gewirbelt.

Man spürte deine Sehnsucht wieder mit deiner Frau vereint zu sein, dein Wunsch sollte sich schneller erfüllen als wir dachten.

Du Schorch warst einer der die leisen Töne und der das schöne liebte.

Streit war ihm zu wieder, auch zu laute Diskussionen. Er kannte die Bewohner unseres Ortes Gundernhausen aber er hätte nie was nachteiliges über sie erzählt.

Ich fragte ihn mal beiläufig nach den Nazigrößen aus unserm Ort,er schaute mich mehr wissend an und er schwieg zu diesem Thema, da spricht man nicht drüber sagte er mir.

Schorch erzählte uns wie er als Kind mitbekam, als im Schutze der Dunkelheit eine Vorhut der Amerikaner über den Wald her kommend, Gunderhausen sondierten.

Ich wollte ihm Mut zum Leben machen und versuchte ihn dazu zubringen, doch wieder mit dem musizieren an zu fangen. Ach doch jetzt nicht mehr, Veränderung war nichts mehr für Ihn in seinem Erleben.

Er saß immer auf dem gleichen Hocker, trank seine zwei drei Biere und um 20 Uhr war es Zeit nachhause zu gehen, ja so war er, alles musste seine Ordnung haben.

Ich sah ihn mal Abends auf der Straße, wohl auf dem Weg in die Kneipe und ich sprach ihn freundlich von der anderen Seite der Straße an, kommentarlos ging er weiter seinen Weg.

Ein paar Wochen später treffe ich Freunde in der Kneipe sie berichten mir das Schorch schon länger nicht mehr hier war. Sie fordern mich auf Ihn doch mal zu besuchen, hm, sagte ich, er wird mich kaum reinlassen, wo er mir doch schon auf der Straße aus dem Wege ging. Das nächste was man hörte er wäre im Krankenhaus und dann anschließend in ein Pflegeheim verbracht worden. Ja ab dann wurde es wirklich still um Ihn.

 

 

Wochen später ein Traum des Nachts.

Mit diesem Traum und den Bildern die ich da empfangen durfte kann ich absolut nichts anfangen, es wird sich erst Tage später aufklären als ich in die Zeitung schaue und seine Sterbeanzeige entdecke.

 

Im ersten Bild durfte ich folgendes wahrnehmen!

 

Ein Musikzug und Pferde getrappelt ist zuhören. Es ist vollkommene Dunkelheit, der eine Wagen ist mit Heu beladen und eine Person die man nicht sieht, gabelt an Häusern in den in letzter Zeit Jemand die Seiten gewechselt hat, also verstorben ist, Heu in eine Dachluke.

 

Die Zeit der Ernte ist gekommen, die Frucht ist reif, wir kehren zu unsere Anfängen zurück, an den Ort, von dem wir kamen, in das Nirwana.

 

 

Bild zwei soll mir beim Brücken bauen helfen ,bewusst machen wer mich da gerade bittet ihn nicht alleine zu lassen.

 

Ich sehe einen noch unter uns verweilenden Mann, der mich einen Mann sehen lässt, der uns schon vor ein paar Jahren verlassen durfte.

Er hat ein starres, kupferfarbenes maskenhaftes Gesicht und klare Augen.

 

Georg hat mir seinen Weg angezeigt den er gerade am gehen ist, seine Seelenloslösung.

 

 

Schorsch danke fürs lernen